Malysia

 

Tag 1, Donnerstag, 15. 09. 2005

Die gemeinsame Reise meiner beiden Freundinnen Karin, Constanze und mir startete am Flughafen Frankfurt/Main. Von da aus ging es mittags mit einem Flieger der Malaysia Airlines direkt nach Kuala Lumpur. 12 Flugstunden und einen Tag später kamen wir morgens um 6 Uhr Ortszeit auf dem Kuala Lumpur International Airport (KLIA) an. Nachdem wir Geld getauscht hatten, versuchten wir herauszufinden, wie wir zum, von Deutschland aus gebuchten, Hostel kommen sollten. Beim Verlassen des Flughafens, traf uns der Schlag - Hitzeschlag - um genau zu sein. 6 Uhr früh und schon 26°C im Schatten, dazu trockene, heiße Luft. Nachdem wir endlich den richtigen Bus gefunden hatten, konnten wir auf der zweistündigen Busfahrt erste Eindrücke dieses für uns noch so fremden Landes sammeln. An einem Busterminal (ich glaube es war eher eine kleine Tankstelle) wurden wir dann von dem großen klimatisierten Reisebus in einen kleinen Van, ohne Klima, und was noch schlimmer war, ohne Gurte oder sonstige notwendige Befestigungsvorrichtungen verfrachtet. Erstaunlicherweise kamen wir wenig später - lebend - vor unserem Hostel an.

Da es erst 9.00 Uhr war und unser Zimmer ab 14.00 Uhr zur Verfügung stand, beschlossen wir, nach einer Dusche und einem kurzen Nickerchen, der Stadt einen ersten kleinen Bummel zu Fuß abzustatten. Pflichtprogramm für jeden Touristen sind in Kuala Lumpur (KL) natürlich die Petronas Tower, also auch unser erstes Ziel. Kaum aus dem Hostel raus, traten auch schon die ersten Probleme auf. Unsere Straßenkarte stimmte überhaupt nicht mit der Realität überein. Also Karte weg und einfach drauf los. Bei inzwischen fast 40°C ging die Tour nur sehr schleppend voran. Alle 10 min. wurde ein Trinkstopp im Schatten eingelegt. Und plötzlich lagen sie endlich vor uns: die Petronas Tower. Es gab nur noch eine kleine Hürde zu überwinden, die in Form einer Baustelle zwischen uns und den Türmen lag. Nach der schwierigen Entscheidung, ob nun links drum rum oder rechts herum (was kürzer ist konnte man beim besten Willen nich abschätzen) entschieden wir uns für rechts und wanderten, nein, schlichen, los. Ob das wohl die beste Entscheidung war? Nach einem fast nicht enden wollenden Fußmarsch, entlang eines nicht enden wollenden Baustellenzaunes, Überqueren einer 8 spurigen Straße während der Rushhour ohne sichtbare Ampel wollten wir schon fast aufgeben, als wie durch ein Wunder, die Türme nun ohne Hindernis direkt vor uns lagen. Unser Glück kaum fassend, stürzten wir uns hinein in den erstbesten Eingang den wir fanden. Statt der erhofften angenehmen Klimaänderung, wurden wir schockgefroren. Draußen 40°C und drinnen kühlte die Klimaanlage das Kuala Lumpur City Center, kurz KLCC, auf frostige 18°C herunter.

Als erstes wollten wir natürlich rauf auf einen der Tower. Nachdem wir den Aufgang gefunden hatten, folgte sogleich die nächste Niederlage. Alle kostenlosen Tickets (pro Tag gibts ne bestimmte Anzahl) waren schon weg und somit auch die Chance, überhaupt auf den Turm zu kommen. Mit ein bisschen Überredungskunst schafften wir (oder sollte ich besser sagen ICH, denn meine beiden Mitstreiterinnen waren unterdessen im Souvenirshop verschwunden) es dann doch noch, in die letzte Führungsgruppe hineinzurutschen. Nach einem Film über das Gebäude, dem langen Warten am Lift, standen wir dann endlich oben auf der Brücke zwischen den zwei Türmen. Aus dieser Höhe hatte man einen traumhaften (Über-)Blick über ganz KL. Da jeden Tag tausende von Touristen die herrliche Aussicht von der Brücke genießen wollen, darf jede Gruppe nur 10 Minuten bleiben und staunen. Auch unser Vergnügen war nach exakt dieser Zeit wieder vorbei. Schnell noch ein Erinnerungsfoto schießen lassen und dann gings auch schon wieder nach unten. Nochmal kurz in den Geschenkeshop, den ich ja noch nicht inspizieren konnte, anschließend nahmen wir dann das Einkaufszentrum KLCC genauer unter die Lupe. Es gleicht einer riesigen amerikanischen Mall, allerdings wirkte es sehr exclusiv durch die vielen goldenen Verzierungen und die hochwertigen Markengeschäfte. Nachdem wir uns von Etage zu Etage nach oben gekämpt hatten, erreicht wir endlich das Paradies: jede Menge Fressbuden, die keine Wünsche offen ließen. Da wir aber in absehbarer Zeit irgendwo essen gehen wollten, gönnten wir uns nur einen riesigen frischgepressten Fruchtsaft für einen mini kleinen Preis.

Inzwischen hatte es sich draußen auch schon etwas abgekühlt und so machten wir uns auf, den Park, der sich vor den Towern erstreckt, zu erkunden. Allzu weit sollten wir jedoch vorerst nicht kommen. Wie aus dem Nichts stürmte plötzlich eine große Gruppe kleiner Asiaten auf uns zu und umringte uns. Mit wildem Armgefuchtel versuchte man uns klar zu machen, das sie sich mit uns fotografieren lassen wollten. Wir stellten uns gern als Motiv zur Verfügung und nach endlosem Geknipse und einer langen dankbaren Verabschiedungszeremonie der Asiaten setzten wir unseren Weg durch den Park fort. Weit kamen wir nicht, denn nach ein paar Metern liefen wir drei jungen Männern in die Arme, und wieder wurden wir zum Fotomotiv. So langsam beschlich mich das Gefühl, dass wir anscheinend eine Attraktion zu sein schienen. So viele Europäer verirrten sich wohl nicht in diese Gegend, drei groß gewachsene hellhäutige Mädels wohl erst recht nicht. Vorbei an eigenartig wachsenden Bäumen und silbernen Delfinen gings weiter durch den Park, bis zu einem poolartig ausgebauten Wasserbereich, in dem sich schon einige Menschen ein erfrischendes Fußbad gönnten. Einige Kinder versuchten in dem flachen Wasser gerade ihre ersten Schwimmversuche. Wir setzten uns etwas abseits, um nicht gleich komplett naßgespritzt zu werden und ließen unsere Füße im angenehm frischen Wasser baumeln. Auch die Lufttemperatur hatte sich inzwischen auf ein erträgliches Maß abgekühlt.

Mittlerweile war es früher Abend und uns knurrte langsam aber sicher der Magen. So zogen wir los, zurück Richtung Hostel mit dem Blick nach einem schönen Lokal. Schließlich fanden wir eine gemütliche Freiluftkneipe mit Sportprogramm und bestellten uns das erste Essen, malayisches Brot mit verschiedenen Dips, im fremden Land. Nach einem anstrengenden ersten Tag am anderen Ende der Welt fielen wir zeitig ins Bett und schliefen trotz ungewohnter Hitze schnell ein.

 

Tag 2, Freitag, 16. 09. 2005

Doch schon am nächsten Morgen die böse Überraschung. Ein Mosquitoschwarm hatte uns über Nacht besucht. Das Zählen der Stiche nahm einige Zeit in Anspruch, schließlich habe ich mit über 20 Stichen klar gewonnen. Dieser Tag stand im Zeichen des Sightseeings. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hostel machten wir uns auf den Weg. Auf den Stadtplan verzichteten wir diesmal sofort. Auf der Suche nach einer Bushaltestelle kamen wir durch eine Gegend, die neben ein paar Wohnhaustürmen auch scheinbar edlere Grundstücke zu bieten hatte. Vorbei an goldverzierten Zäunen erreichten wir nach langem Fußmarsch unser Ziel, die Busstation "Pudaraya" von welcher aus wir am nächsten Tag nach Mallacca fahren wollten. Trotz vieler Beschreibungen von hilfsbereiten Malaien konnten wir die Station einfach nicht finden. Selbst nach den Verweisen einiger Busfahrer, die wir fragen konnten, hatten wir dennoch nicht den blassesten Schimmer, wo sich dieser ominöse Busbahnhof befinden sollte. Durch Zufall entdeckten wir ihn dann doch. Versteckt in einem riesigen unscheinbaren Gebäude fuhren Busse rein und raus. Glücklich liefen wir also ins Gebäude und nachdem wir auch den richtigen Schalter für unsere Fahrkarten gefunden hatten, war die Welt wieder in Ordnung.

So schlenderten wir anschließend durch die Innenstadt, bewunderten den fremden Baustil der Häuser, besichtigten eine kleine Moschee und versuchten, einen Eingang zum Sultanspalast zu finden. Nach einer erfolglosen Umrundung des Gebäudes suchten wir uns lieber ein schattiges Plätzchen, um unser erworbenes asiatisches Fastfood zu essen. Wie schon am Tag zuvor, war es auch heute wieder glühend heiß, so waren wir glücklich über unseren schattigen Platz an einem ungewöhnlich geformten Springbrunnen.Nach ausgiebiger Erholung stand unser nächstes Ziel für heute nun an: Chinatown. Dort schlenderten wir durch eine riesige Markthalle voller Stände mit Schmuck, Obst, Klamotten oder Schuhen. Erste Souveniers wurden gekauft und damit fingen wir an zu testen, wie das mit dem Handeln so funktioniert. Neben zwei blutigen Anfängern musste Constanze aufgrund ihrer Erfahrung den Anfang machen, mit Erfolg. So probierten Karin und ich es auch gleich. Glücklich und mit einigen neuen Sachen im Gepäck schlenderten wir zufrieden weiter durch das Viertel.

Mittlerweile war es Nachmittag geworden. Als nächstes stand die Besichtignung der Nationalmoschee auf dem Programm. Auch hier war das suchen und finden ohne Stadtplan doch erheblich schwierig. Als wir dann die erste Freude über das Erspähen der Moschee in der Ferne überwunden hatten, holte uns - ähnlich wie am Vortag - die Realität schnell wieder ein. Diesmal lag zwischen dem Gebäude und uns ein Bahnhof. Die Schienen lagen ebenerdig und es war weit und breit kein Bahnübergang zu sehen. Was also tun?! Zuerst gings einmal am Bahnhof entlang, in der Hoffnung, einen Überweg zu finden, doch nix. Schließlich wieder zurück. Auch bei der zweiten Inspektion, nix. Da alles nichts half, versuchten wir dann irgendwie informell über die Gleise zu kommen. Ein paar entgeisterte Blicke, doch keiner der Leute, die uns beobachteten, sagte etwas. Also schnell weiter und nix wie rüber. Auf der anderen Seite der Gleise, hinter dem Bahnhof dann gleich das nächste Hindernis. Eine stark befahrene Straße, auf der der Verkehrsfluß kein Ende nehmen wollte. Vielleicht sollte erwähnt werden, dass in Malaysia Linksverkehr herrscht und wir an dieser Stelle nicht das erste mal Probleme mit der Orientierung und dem damit verbundenen sicheren Überqueren einer Straße zu tun hatten. Nach einigen Minuten des Wartens konnten wir schließlich bis zur Hälfte der Straße rennen um dann, wenig später auch den Rest bis ans rettende Ufer zu bewältigen. Anschließend ging es schnurstracks auf die Moschee zu.

Inzwischen war es schon kurz vor 18.00 und da sollte die Moschee eigentlich schließen. Wir hatten jedoch Glück und durften noch rein. An das Schuhe ausziehen hatten wir uns inzwischen schon gewöhnt, das Kopftuch und der Umhang waren uns neu. Aber was sein muss, muss sein. Es ist ziemlich ungewohnt, mit Strümpfen durch ein öffentliches Gebäude zu laufen. Da die Fliesen aber penibel gereinigt wurden und im Betraum Teppich lag, konnte man sich damit arrangieren. Wir waren aufgrund der Uhrzeit die einzigen Menschen auf dem Gelände und so beeilten wir uns dann auch, dieses wieder zu verlassen. Da wir diesmal keine Lust hatten, wieder in der Hitze durch die halbe Stadt zu laufen, gönnten wir uns ein Taxi bis zum Hostel. Nachdem wir den Fahrpreis für einen Scherz hielten, weil es so ungewohnt preiswert war, beschlossen wir, nun immer mit dem Taxi zu fahren.

Zum Abendessen entschieden wir uns diesmal für ein malayisches Restaurant mit einer Speiseauswahl, die für uns sehr merkwürdig war. Nachdem wir uns überraschen lassen mussten, was wir eigentlich bestellt haben, war das gewöhnungsbedürftige Essen jedoch ganz ok. Schon bald gings zurück zum Hostel, denn morgen stand schon die nächste Station unserer Reise auf dem Programm.

 

Tag 3, Samstag, 17. 09. 2005

Heute hatten wir mal in Ruhe ausgeschlafen. Entspannt gefrühstückt und Sachen gepackt. Gegen Mittag hatten wir uns ein Taxi bestellt. Nach der erfreulich preiswerten Erfahrung gestern kein Problem. Das Auschecken aus dem Hostel war schnell erledigt und so hieß es, ab mit den Sachen ins Taxi. Was wir nicht bedacht hatten, unsere drei großen Reiserucksäcke passten nicht in den Kofferraum des kleinen Autos. Der Taxifahrer schien dieses Problem nicht zu haben. Er stopfte erst einen Rucksack rein, dann den Zweiten und schließlich den Dritten. Die Rucksäcke zwar im Kofferaum verstaut, aber nun ging die Kofferraumklappe nicht mehr zu. Die stand sperrangelweit offen. Anscheinend störte es in Malaysia keinen, das es gefährlich wäre, wenn da Gepäck rausfallen würde. Nur wir hatten Angst das etwas verloren gehen könnte und hielten unseren Blick deswegen mehr zurück auf den Kofferraum als nach vorn. Die Fahrt dauerte nicht allzu lange und glücklicherweise kamen wir mit vollständigem Gepäck an der Busstation Pudaraya an. Als der Taxifahrer davon fuhr, mussten wir beim umrechnen feststellen, das er uns zu allem Übel auch noch ziemlich abgezockt hatte. Wahrscheinlich zahlten wir einen extra Touristenpreis. Ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern. Beim nächsten Mal wollten wir wieder besser mitrechnen.Nun gut, so saßen wir nun in der Busstation und warteten. Da wir sehr pünktlich dran waren, dauerte es eine Weile, bis unser Bus um 12. 30 Uhr losfuhr.

Unser nächstes Reiseziel: Malacca, eine etwas kleinere Stadt im Süden des Landes, Zwischenstation für einen Tag auf dem Weg nach Singapur. Wir hatten mit einer Reisezeit von ca. 2 Stunden gerechnet, jedoch dauerte die Reise in dem etwas unbequemen Bus gute 6 Stunden. Ziemlich geschlaucht kamen wir schließlich in Malacca an. Ein wenig orientierungslos irrten wir in der riesigen Busstation umher. Dabei erregten wir scheinbar sehr viel Aufsehen, als wir uns ein wenig umschauten, war auch klar wieso. Bis auf uns konnten wir keine anderen Touristen entdecken. Irgendwie ein sehr komisches Gefühl so völlig allein zu sein. Scheinbar waren wir auch die einzigen Frauen, die kein Kopftuch trugen. Schnell mussten wir feststellen, das wir in der Provinz gelandet waren. Auf der Suche nach einem Wechselschalter wurden wir schließlich irgenwann fündig. Leider hatte der einzigste Schalter in der ganzen Busstation gerade geschlossen und es war nicht abzusehen, wann er denn wieder öffnen würde. Öffnungs- und Pausenzeiten schienen den Einheimischen hier ein Fremdwort zu sein. Uns blieb nichts anderes übrig, als zu warten. Unter den ständigen Blicken der EInheimischen machten wir es uns in der riesigen Wartehalle mit unserem Gepäck mehr oder weniger gemütlich und warteten. Nach langem Warten öffnete der Schalter wieder und so konnten wir Geld tauschen und endlich die Bustickets kaufen.

Kaum hatten wir diese Hürde genommen, stand schon die nächste Schwierigkeit bevor. Wir hatten von der Hostelchefin in KL die Adresse eines Hostels in Malacca bekommen, nur wussten wir leider nicht, wo sich dieses genau befindet. Mit einer spärlichen Beschreibung versuchten wir, den richitgen Bus zu finden, bei ca. 20 Möglichkeiten gar nicht so einfach. Wir bekamen schließlich einen Hinweis welche Busnummer die richtige wäre, als wir die dann gefunden hatten und den Busfahrer versuchten zu fragen, ob es der richtige sei, versuchte er uns zu erklären das Bus und Standnummer nicht das Gleiche sind, wir also im falschen Bus waren. Also wieder raus und aufs neue gesucht. Nachdem wir den Mut fast verloren hatten, haben wir ihn dann schließlich doch gefunden, den richtigen Bus. Wieder wurden wir von oben bis unten gemustert, als wir uns mit den überdimensionierten Rucksäcken bis auf die letzte Reihe durchquetschen mussten. Nach dem mühseligen Setzen in dem engen Bus und dem Rucksack auf den Beinen warteten wir nun darauf, dass sich der Fahrkartenverkäufer zu uns durch drängelte. Den Fahrpreis konnten wir nicht verstehen aber anscheinend war er mit dem gereichten Geld zufrieden. So ging es also los, mit dem klapprigen Stadtbus ins Unbekannte. Alles was wir wussten, war, dass wir am "Roten Platz" aussteigen mussten, aber wie sollte man den finden ohne Ansagen im Bus und selbst wenn, hätten wir die nicht verstanden. Zum Glück scheuchte uns der etwas unfreundliche Busfahrer dann an der richtigen Station raus.

Da standen wir nun, an einem Samstag, ohne Geld, mitten im Unbekannten, keine Ahnung wo sich unser "evtl." Hostel nun befand. Auf gut Glück stiefelten wir los, kamen sogar an einer Bank vorbei, die leider, wie nicht anders zu erwarten, geschlossen hatte. Dennoch hatten wir Glück und fanden das Hostel relativ schnell. Es war sogar noch ein Zimmer frei und so konnten wir erleichtert einziehen. Die Besitzerin, eine eingewanderte Schweizerin, bereitete uns einen herzlichen Empfang. Sie teilte uns ihre Freude mit, mal wieder Deutsch sprechen zu können, allerdings erzählte sie uns das fast ausschließlich auf Englisch. Ein wenig durchgeknallt war sie schon, aber sehr sympatisch. Nach dem Duschen machten wir uns zu einer ersten Ortsbegehung auf. Das erste Ziel: ein Fresstempel. Wir hatten Hunger! Tatsächlich fanden wir recht schnell einen riesigen Einkaufstempel der geöffnet hatte. Sogar einen geöffneten Wechselschalter gab es. Nun ging es schnurstraks zum Verpflegungsbereich. Die Auswahl an Essen war wie immer reichhaltig. Schnell hatte jeder was gefunden. Nach dem Bezahlen setzten wir uns an einen der Tische, direkt neben den Eingang einer Sushibar. Conny schielte schon die ganze Zeit in die Bar und so gaben Karin und ich nach und stiefelten nach dem einen Essen weiter zum Nächsten. Wir setzten uns direkt an das Laufband. Als wir uns so umsahen, stellten wir fest, das wir fast die einzigen Gäste waren und offentsichtlich sehr schnell die Aufmerksamkeit des gesamten Personals auf uns zogen. Inzwischen waren wir daran gewöhnt. Satt und gestärkt verließen wir das Einkaufszentrum.

Als nächstes stand die Besichtigung des historischen Stadtviertels auf dem Plan. Wir pilgerten zu einer kleinen Kirchenruine hinauf, genossen die Aussicht in der mittlerweile einsetzenden Dämmerung und begaben uns anschließend wieder nach unten. Erstaunlicherweise hatten wir nun den "Roten Platz" erreicht, an dem wir bei unserer Ankunft ausgestiegen waren. Der Platz hat seinen Namen durch die roten Backsteinhäuser bekommen, die ihn umsäumen. Am auffälligsten war allerdings der Krach, den die vielen Vögel zur Abendzeit verursachten. Sie waren so laut, dass man sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Bevor es zurück zum Hostel ging, bummelten wir noch über einen chinesischen Markt.

Unser Hostel war ein 300 Jahre altes Shophaus mit einem herrlich grünen Innenhof. Die Zimmer waren einfach, eigentlich nur ein Raum mit drei Betten aber schön. Als wir im Hostel einkehrten, bot sich uns ein lustiges Bild: Als wir die Treppe im Innenhof hinauf stiegen, entdeckten wir Wäsche, die zum Trocknen im Innenhof aufgehängt war. Nach kurzem Amüsement über diesen Anblick stellten wir fest, dass es sich um unsere Wäsche handelte, die wir zuvor bei der Hostelbesitzerin zum Waschen abgegeben hatten. Andere Länder, andere Sitten! Auch das Zähne putzen war ein Erlebnis. Das Waschbecken war unter freiem Himmel angebracht und so konnte man beim Putzen die Sterne beobachten. Erlebt man auch nicht alle Tage! In der Nacht wurden Karin und ich von einem unbekannten, lauten Geräusch geweckt. Nach kurzer Zeit dämmerte es uns, das es sich um einen Monsunschauer handeln musste. Entsetzt fiel uns die Wäsche im offenen Innenhof ein und wir stürzten aus den Betten, um zu retten, was zu retten war. Glücklicherweise hatten die Besitzer alles im Griff. Bastrollos schützten die Wäsche vor dem Regen. Erleichtert gingen wir zurück ins Zimmer. Erst jetzt fiel uns auf, das Conny die ganze Zeit geschlafen hatte, und von der Aufregung nichts mitbekommen hatte. Wenn man sich nicht selbst um alles kümmert...Als wir endlich wieder zur Ruhe gekommen waren und schlafen wollten, das nächste Ärgernis. Pünktlich früh um 5 fing der Muezzin an zu rufen, direkt vor unserem Fenster! Nachdem er endlich wieder aufgehört hatte, konnten wir dann noch ein bisschen schlafen.

 

Tag 4, Sonntag, 18. 09. 2005

Nach der ereignisreichen Nacht brauchten wir erstmal ein ordentliches Frühstück. So machten wir uns auf den Weg. Der erste "Laden" war schnell gefunden, ein blechüberdachtetes Fleckchen an einer Straßenecke. Mit der Karte kam die Enttäuschung: nur Nudelsuppe und das zum Frühstück. Das war nix für uns. Aus Solidarität tranken wir noch etwas bevor wir uns auf die Suche nach einem ordentlichen Frühstück machten. Wir schlenderten in Richtung Hafen, denn wir wollten eine Bootstour mitmachen. Gerade angekommen, verließ ein vollbesetztes Boot den Anleger. Wir erkundigten uns, wann die nächste Tour beginnt und so nutzten wir die Zwischenzeit um ein Museum der malayischen Geschichte zu besichtigen. Anschließend gabs dann endlich Frühstück. Gleich neben dem Bootanleger, lag ein kleines Restaurant und zu unserer großen Freude hatten die sogar Toast im Angebot, genau das richitge für uns Europäer. Aber wieder mal zu früh gefreut: Zum Toast gabs steinharte Butter und ebenso feste Marmelade, anstatt eines Messers bekamen wir Plastiklöffel gereicht. Somit gestaltete sich das Essen schwieriger als erwartet. Und zu allem Übel wurden wir von allen Seiten mal wieder beäugt, wie wir uns mit dem Essen abplagten. Währenddessen hatte sich eine riesige Kindergruppe im Restaurant versammelt. Was wir noch nicht wussten, diese Gruppe sollte uns unser Boot wegschnappen. Ernüchtert traten wir, ohne Bootstour, den Rückweg an, durch Chinatown, ein paar Tempel und Souveniershops.

Zurück im Hostel und frisch geduscht holte uns das Taxi ab und brachte uns zum Busbahnhof. 14.00 Uhr sollte der Bus nach Singapur abfahren. Gerechnet hatten wir mit einer nicht allzu langen Fahrt, schließlich waren wir ja schon ziemlich weit im Süden des Landes. Letztendlich wurden es dann doch geschlagene 6 Stunden. Während der Fahrt mussten wir die Einreisepapiere für Singapur noch ausfüllen. Leichter gesagt als getan. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse schaukelte der Bus die ganze Strecke, so dass es kaum möglich war, zu schreiben. So wurde Chinatownjede rote Ampel dankbar genutzt, um den Bogen auszufüllen. Am Grenzübergang angekommen, stand der Bus nochmal kräftig im Stau. Hätten wir das vorher geahnt, hätten wir nicht voller Panik den Bogen während der wackligen Busfahrt ausfüllen müssen. Blieb nur zu hoffen, das die Zollbeamten die Scheine überhaupt noch entziffern konnten. Als wir dann endlich den Einreiseschalter erreicht hatten, hieß es samt Gepäck aussteigen aus dem Bus und den Massen hinterher. Im in der falschen Reihe anstehen, hatten wir inzwischen auch schon einige Übung. Nachdem wir nacheinander nun den richtigen Schalter passiert hatten, erfuhren Karin und ich von Conny, die als letztes durch die Kontrolle ging, das wir in Singapur für Schwestern gehalten wurden. Warum auch immer?! Aufgrund der unterschiedlichen Namen vielleicht? Als nächstes folgte der Slalomlauf durch die aufgestellten Abtrennungen. So mussten sich wohl Tiere im Laufstall fühlen. Jetzt nur noch den richitgen Bus wieder finden, was aufgrund der Tatsache, dass wirklich alle Busse gleich aussahen, gar nicht so einfach war. Und ab gings, nun weiter auf singhalesischem Boden.

 

Fortsetzung Teil 2 folgt...